Wassermühle in Ocholt-Howiek

Die Howieker Wassermühle wurde 1608 als Getreidemühle mit unterschlächtigem Wasserrad von den Howieker Bauern Dietrich, Oltmann und Gerd zu Howieck an der Ollenbäke erbaut. Da er Wasserlauf viele Windungen und nur wenig Gefälle hatte, überschwemmte das Stauwasser die angrenzenden Wiesen. Deswegen sollen die Anlieger nachts die Stauschotten hochgezogen und die Uferwälle des Mühlenstaus durchstochen haben. Trotz der Streitigkeiten war die Mühle 300 Jahre in Betrieb. Die Müllerarbeiten verrichteten die Großknechte der Mühlenbesitzer reihum. Vor dem Mahlen wurde das Korn im Backofen getrocknet, damit es beim Mahlen nicht gequetscht wurde. Bis ein Sack Roggen von 150 Pfund Mehl im Sack war, waren 2 ½ Stunden Mahlzeit nötig. Wenn das Vieh nach der Ernte im Stall stand, wurden die Schotten des Wehrs niedergelassen. In regenarmer Zeit konnte es drei Wochen dauern, ehe genügend Wasser zum Betrieb der Mühle angestaut war. Die Stauhöhe betrug bis zu einem Meter über dem Normalwasserstand. 1909 wurde die Mühle stillgelegt und verfiel. 1925 gründete sich in Howiek die dörfliche Gemeinschaft „Bitfür“ und begann gemeinsam mit den Bauern zu Jeddeloh und Hobbie mit der Restaurierung. Jedes Jahr zu Pfingsten fanden vor der Mühle Blaskonzerte statt. 1937 versuchten die Nationalsozialisten, das volkstümliche Fest für ihre Propaganda zu nutzen, erhielten von „Bitfür“ jedoch eine Abfuhr. Nach dem 2. Weltkrieg stand die Mühle wieder vor dem Verfall. Der 1947 gegründete Heimatverein Ocholt nahm sich der Mühle an, baute ein neues Mühlrad ein, reparierte den Mahlgang und setzte den Fachwerkbau mit Reet- und Ziegeldach instand. 1949 konnten die Pfingstkonzerte wieder aufgenommen werden.


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Wassermühle

Up de Höh
26655 Westerstede
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